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Von «Sterne Foifi», «verbrennti Zaine» und anderen Grosi-Ausrufen…

Vor rund einem Jahr habe ich über die nonverbalen Ausdrucksfähigkeiten meiner Tochter geschrieben und gestaunt. Mittlerweile ist ihre Kommunikation verbal geworden: Die Zweijährige plappert erstaunlich gewandt, von morgens früh bis abends spät – und redet zurzeit einfach alles nach. Natürlich auch das, was sie eigentlich nicht sollte. Zum Beispiel das «Oh Mann…», das mir spontan entfährt, wenn sie – aus welchen Gründen auch immer – gerade zum x-ten Mal ihren Wasserbecher ausgekippt hat. Mit jeder weiteren, absichtlich kreierten Wasserlache werden meine Ausdrücke etwas lauter und vor allem weniger salonfähig – die Kleine wiederholt sie alle ganz erheitert. Mich begeistert dies natürlich weniger. Beeindruckend zwar, wie rasch Töchterchen lernt und wie gekonnt ihre Aussprache manchmal schon ist – nichtsdestotrotz gebe ich zu, ihr so ungewollt auch den einen oder anderen Ausdruck vermittelt zu haben, der eigentlich nicht in den Wortschatz einer Zweijährigen gehört.

Den aber doch recht anstrengenden und bisweilen auch nervenaufreibenden Alltag mit einem Kleinkind stets ganz ohne Kraftausdrücke meistern zu wollen, wäre in meinem Fall aber wohl doch etwas zu ambitioniert und auch nicht ganz authentisch. Und ganz ehrlich – mittlerweile ist mir klar, dass es wohl auch schon meiner Mutter und meiner Grossmutter so erging. Auf der Suche nach kindergerechten Ausrufen und kreativen Ersatz-Fluchwörtern bin ich nämlich zwischenzeitlich auf so manchen Ausdruck gestossen, den ich aus meiner Kindheit als typisches «Grosi-Wort» abgespeichert hatte. Ich übe mich zurzeit also darin, bei weiteren Wasserlachen und ähnlichen Ereignissen nur mit «Sterne Foifi!», «heitere Fahne!» oder «Heimatland!» zu reagieren. Obwohl ich alles andere als religiös bin, benutze ich auch «Herrgott Sterne!» und «heilige Bimbam!» momentan durchaus regelmässig. Die Liste liesse sich natürlich noch beliebig erweitern.

Fast am liebsten mag ich aber den wieder hervorgekramten Ausdruck «oh du verbrennti Zaine!» Weshalb? Weil es für mich mehr als erheiternd ist, wenn die Kleine jeweils mindestens so theatralisch wie ich die Hände über dem Kopf zusammenschlägt, melodramatisch die Augen aufreisst und laut «oh du vebännti Tainä!» von sich gibt. Laute Kraftausdrücke weichen so sofort lautem Lachen – und auch das ahmt meine Tochter zum Glück sehr gerne und gut nach!

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